Rückblick: Aufbruchstimmung nach schwarzen Wochen

Mit den Rückblicken möchten wir zeigen, wie der Stein ins Rollen kam. Es handelt sich um den „privaten Newsletter“ von Simon an Familie und Freunde, den er während seiner Zeit in Kenia in unregelmäßigen Abständen aus Kenia verschickte.

„Aufbruchstimmung nach schwarzen Wochen“, 09.01.2008

Liebe Freunde!

Vorab: Mir geht’s weiterhin gut, hatte nie Probleme seit die Unruhen begannen.

Da wir nicht in Mombasa bleiben konnten (Wohnung ist von anderem Volunteer, die musste wieder ins Projekt usw,..) und der Landweg noch zu unsicher war, flogen wir am Montag nach Nairobi. Der Flug mit einer Boeing 767-300 war grandios. Am Weg hab ich dann sogar noch den Kilimanjaro gesehen – gut dass ich nicht extra nach Arusha gefahren bin als ich in Tansania war.
Ich lebe nun bei einer Freundin, die ich durch meine Organisation kennen gelernt habe. Wir leben in einem Mittelklassebezirk außerhalb des Zentrums von Nairobi. In diesem Viertel hat es, seit die Unruhen begannen, nie Probleme gegeben. Ich geniese das Leben mit Strom und Internet im Haus!!
Die Familie ist ganz nett, und ich kann nun hier bleiben bis wieder Ruhe im Land einkehrt.
Bei meiner Gastfamilie in Migori ist es leider noch nicht sicher. Sie sind aber alle Gott sei Dank wohlauf. Wie ihr wisst leben wir ca. eine 1/2 Stunde von der Strasse entfernt. Sie versorgen sich mit den eigenen Lebensmitteln (Mais, Bohnen usw.).
Allgemein kann man sagen, dass Aufbruchstimmung in Kenia herrscht. Der Grossteil der Bevölkerung ist zwar mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden, hat aber vor einer großen Krise mehr Angst und schreit somit sehr laut nach Frieden.

Gestern haben wir Debbis Schwester in der Klinik besucht. Sie hatte am Mittwoch einen kleinen Levi auf die Welt gebracht. Wir informierten uns zuvor ob der Weg sicher sei. Als wir das Ok von Debbis Mama (arbeitet bei der UNO) bekamen fuhren wir in die Stadt. Ich passierte Orte, wo wir vor einer Woche noch Polizei und tobende Demonstranten sahen ohne Probleme. Im Gegenteil: das Leben ist zurück gekehrt. Die Strassen waren voll von Menschen, Autos, Matatus und LKW’s. Sogar die Stra&szligenhändler waren zurück. Jeder ging seiner Arbeit nach – ein Tag wie jeder andere in Nairobi.
Es scheint, dass die politischen Auseinandersetzungen sich von der Strasse ins Parlament verlagern. Es sind nur einzelne Orte (z.B.: die Slums), die man meiden sollte. Das ist dadurch zu begründen, dass diese Menschen nichts zu verlieren haben und für ihre Rechte mit blo&szligen Händen kämpfen müssen.
Ich hoffe ihr wisst nun bescheid und niemand macht sich mehr Sorgen um mich.

Simon

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